Freitag, 26. August 2016

1. September – Internationaler Antikriegstag Weltweit gehen Menschen auf die Straße und fordern nicht mehr und nicht weniger als FRIEDEN!

Untergang in der Barbarei?
 
Auch die Herrschenden säuseln an diesem Tag vom Frieden!
Aus ihren Mündern? Nichts als Heuchelei! Die konkrete Lage spricht eine andere Sprache: Auf fünf Kontinenten herrscht Krieg. Seit Anfang 2015 über 80.000 Tote aus dem Krieg in Syrien, Zehntausende Opfer auch im Irak, in Afghanistan und Nigeria. Tausende Todesopfer in Libyen, Ägypten, Kurdistan/Türkei und im Süd-Sudan. Im Jemen ist Krieg … das sind nur einige Beispiele aus dem täglichen Horror. Für die Statistiken werden nur die Leichen im Land, die Op­fer der „offiziellen Kriegsparteien“ gezählt. Rechnen wir die vielen Toten auf der Flucht der Millionenmassen vor Krieg und Elend dazu!
Zählen wir die durch rassistische Polizisten ermordeten Schwar­zen in den USA, die Opfer aus den Drogenkriegen, die durch Land­raub ver­nich­teten Ureinwohner z.B. in Peru, Mexiko oder Kolumbien! Vergessen wir kein Opfer, das auf das Konto der Herrschenden geht!
Es ist der Krieg der Herrscher der Welt – für ihren Profit!
Sie profitieren, ihnen sind die verlorenen Men­schen­leben egal! Im Gegenteil sie hetzen noch gegen die Opfer und lassen flüchtende Menschen jämmerlich im Mittelmeer ertrinken, zwängen sie in Lager, fördern rassistische Übergriffe.
Das Schüren politischer, ethnischer oder auch religiöser Konflikte, die gezielte Bewaffnung verfeindeter Grup­pen, kurz: Kriegstreiberei dient nur dem Ziel, Macht, Einfluss und Reichtum einiger weniger zu vermehren.
Die Herren der Rüstungsindustrie scheffeln Milliarden­gewinne. Der Kampf um Rohstoffquellen und die Neu­auf­teilung der Welt tobt mit Erbitterung unter den imperia­listischen Mächten und hinterlässt seine Opfer unter den werktätigen Massen.
Um kapitalistisch-imperia­lis­tischer Interessen willen werden in grausamer Bestän­digkeit ganze Erdteile verwüstet, verseucht, vermint und Ströme von Blut vergossen.
Syrien, Irak, Jemen,  Afghanistan, Türkei …
Die BRD ist an vorderster Front dabei: In alter Tradition als „Militär-Ausbilder“, Waffenlieferant, stationierte Armee – als imperialistische Großmacht auf dem Kriegspfad, immer die Interessen des deutschen Kapitals vertretend.
… bei jeder Schweinerei ist der deutsche Staat dabei!
Alle Konflikte, Kriege aufzuzählen, an denen Deutsch­land Verantwortung trägt, sprengt den Rahmen. Wach­sam zu sein, ist unsere Aufgabe. Deutsche Soldaten sind sta­tioniert in Afghanistan, auf dem Afrikanischen Kon­ti­nent, stehen in der Türkei. Vor Ort, um Pfründe zu si­chern und die Ereignisse für das deutsche Kapital zu be­einflus­sen. Die Aufrüstung der Bundeswehr wurde mit einer ans Lächerliche grenzenden Kampagne von ab­stür­zenden Heli­koptern, krummen Gewehrläufen und schrott­reifen Panzern vorbereitet. Kriegsministerin von der Leyen bekam, was sie wollte. Erhöhung des Wehr­etats auf rund 130 Milliarden Euro, und die deutsche Kriegs­industrie reibt sich die Hände. Uns wird vor­ge­rech­net, dass kein Geld da sei: Für Bildung nicht, fürs Sozialwesen oder Gesundheitssystem nicht und für geflüchtete Menschen schon gar nicht … Den direkten Eintritt in einen Krieg wagen die Inte­res­sen­wahrer des deutschen Kapitals (noch) nicht. Die Vorbe­reitungen hierfür laufen allerdings auf Hoch­touren. Zunehmende Fa­schisierung inklusive dem Ab­bau demokra­tischer Rech­te und Ausbau von Über­wa­chungs- und Polizei­staat gehören genauso dazu wie rassis­tisch-national­chauvi­nistische Hetze und das Schü­ren von Unsicher­heit und Angst unter den werktätigen Mas­sen vor ter­ro­ris­tischen Anschlägen. So wird auch Schritt für Schritt der Einsatz des Militärs im Inland le­gi­ti­miert. Tech­ni­sches Hilfswerk und Bundeswehr – im­mer noch als frie­dens­sichernd bezeichnet …
… was für ein Hohn!
Die Aufrüstung an der „Heimatfront“ ist das!
Deutscher Staat Waffenexport… deutscher Profit am Massenmord
Vor allem mit der Ausfuhr von Kleinwaffen und so ge­nann­ten Dual-Use-Gütern macht die deutsche Rüs­tungs­in­dus­trie ihren Reibach. Ob nun an dritter oder vier­ter Stel­le der weltgrößten Waffenexporteure, mit rund 12,9 Mil­liar­den aus genehmigten Rüstungs­expor­ten (Sam­mel­ausfuhr und Einzelgenehmigungen) sah­nen Daimler/EADS, Krauss-Maffei Wegmann, Rhein­metall, Diehl Defence oder Thyssen Krupp ohne Ende ab. Nach dem Motto: „Was für einen Sinn macht es, Waffen nicht in Krisengebiete zu exportieren?“ ist es egal, wo die Mord­werkzeuge landen. In den Arabischen Emiraten z.B., die nachweislich den IS unterstützen. Oder Saudi-Arabien… Menschenrechte? Dem deutschen Kapital ist kein Folterstaat zu schade, seine Milliarden­ge­schäf­te zu machen! Geheim genehmigt im Bundessicher­heits­rat. Politiker, Lobbyverbände und Banken unterstützen das Geschäft mit dem Krieg ihre Macht ist enorm und unsere noch Gegenwehr zu gering!
Deutsche Waffen deutsches Geld... morden mit in aller Welt
Die Forderung nach einem Verbot von Waffenhandel oder die Rüstungsindustrie umzuorganisieren, sind im Ka­pita­lismus nicht in die Realität umzusetzen. Die Machen­schaften der Kriegstreiber aufzudecken und ihre Heuchelei, das ist wichtig! Das deutsche Kapital wird nicht auf seine Waf­fenschmiede und die dazugehörigen Organisatio­nen verzichten! Mord ist ihr Geschäft und dient ihrem Machter­halt. Das ist der Militarismus, der unweigerlich Teil des imperialistischen Systems ist.
Ihn zu bekämpfen, muss unser Ziel sein. Und dieser Kampf beginnt im Herzen der Waffenproduktion – in den Betrieben müssen wir uns organisieren zum Streik! Den Transport der Waffen müssen wir blockieren! Und die Waffen müssen wir sabotieren!
Wir treffen uns hier, su­chen MitstreiterInnen, um die herr­schenden Ver­hält­nis­se zu ändern. Wir wollen auf­klä­ren, entlarven! Ihre Ma­chenschaften aufdecken. Ter­ror­bekämpfung und Kon­sorten. HA! Der Terror ist Teil des imperialistischen Sys­tems. Da sitzen die Brandstifter auf dem Löschzug – und das sollen wir schlucken. Den Ter­ror der fa­schis­ti­schen Mörderbanden des IS oder an­de­rer Grup­pie­run­gen gäbe es ohne den Imperialismus nicht. Und was sol­len die Märchen darüber, dass die USA oder die NATO oder China oder Russland in den Krieg gegen den Ter­rorismus ziehen, um die Völker zu be­freien? Wenn wir weiterhin auf dem Zug der Herr­schenden mitfahren und ihre Lügenmärchen glauben, werden wir in der Barbarei der imperialistischen Kriege, dem Terror untergehen.
Oder…
wir schließen uns zusammen! Gegen die imperialistischen Kriegstreiber und menschenver­achtenden Waffenschieber. Lassen wir nicht weiter zu, dass unsere Klassenbrüder und -schwestern überall auf der Welt ermordet werden mit Waffen, die wir herstellen, transportieren und nutzen (müssen)!
Schwestern, Brüder! Es gibt keinen Löschzug, gesandt von den imperialistischen Machthabern, mit dem Ziel den verheerenden Brand der immer mehr werdenden waffenstarrenden gewaltigen Auseinandersetzungen zu löschen. NEIN! Sie wollen diesen Brand. Er lässt das Geld in ihre Kassen sprudeln.
Wir wissen, für uns gibt es nur einen Weg in eine lebenswerte Zukunft.
Den Kampf gegen das herrschende Ausbeutungssystem!
Schaffen wir Internationale Solidarität, schlagen wir den Hauptfeind im eigenen Land! Nieder mit der imperialis­tischen Großmacht Deutschland. Nieder mit der deutschen Kriegswirtschaft! Streik!
Die Antwort auf ihre Mordmaschinerie – entschlossen und kampfbereit – kann nur heißen:
Kampf dem imperialistischen Krieg! Organisieren wir uns für den Klassenkampf!
Schaffen wir die schlagkräftige Organisation der Arbeiterklasse, die Kommunistische Partei und beenden die
Kriege der Herrschenden mit Revolutionen unter Führung der Arbeiterklasse!
Wenn wir eine Welt im Frieden wollen, müssen wir kämpfen für eine Welt im …Sozialismus!
 
Trotz Alledem!
trotzalledem1@gmx.de
www.trotzalledem.ml

Berichte zum Mord an Julio Cesar Mondragón in Ayotzinapa vorgelegt

17.07.2016

 


Mexiko-Stadt.
Die Nationale Menschenrechtskommission (CNDH) sowie die Argentinische Gruppe forensischer Anthropologie (EAAF) haben Donnerstag und Freitag jeweils ihre Berichte zum Tod von Julio Cesar Mondragón Fontes vorgestellt. Die Berichte kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. 
Der damals 19-Jährige gehörte zu der Gruppe von Lehramtsstudenten aus Ayotzinapa, die in der Nacht zum 27. September 2014 von Bundespolizisten in der Stadt Iguala im Bundesstaat Guerrero angegriffen wurde. Dabei waren sechs Menschen getötet worden, 43 Studenten wurden verschleppt, von ihnen sind 42 seitdem verschwunden. Julio Cesar Mondragón wurde Stunden nach dem Angriff tot auf der Straße aufgefunden.
Die Autopsien der EAAE und der CNDH, die auf Forderung der Familie Mondragón Fontes durchgeführt wurden, konzentrierten sich auf die eindeutige Feststellung der Identität Mondragóns sowie die Klärung, auf welche Art und Weise dieser starb und ob er tatsächlich gefoltert wurde. Dies war von seiner Familie im Vorfeld festgelegt worden.
Beide Berichte stimmen in der Feststellung der Identität der Leiche überein. Relevante Unterschiede gibt es bei der Aufklärung der Todesursache.
Während die Forensiker aus Argentinien feststellten, dass der junge Mann auf Grund zahlreicher Verletzungen am Kopf, im Gesicht und am Brustkorb zu Tode kam, behauptet die CNDH in ihrem Bericht, dass das Opfer auf Grund eines einzigen Kopfschlags starb. Zuvor hatten die Behörden eine Schussverletzung als Todesursache angegeben.
Weiterhin stellte die EAAE fest, dass Mondragón zwölf Rippen und zwei Lendenwirbel gebrochen wurden. Im Bericht der CNDH ist lediglich der Bruch von zwei Rippen festgestellt worden.
Noch offen bleibt die Erklärung der Verletzungen am Hals und die Enthäutung großer Teile des Gesichts. Die CNDH behauptet, dem Opfer sei die Gesichtshaut nicht abgezogen worden, sondern seien Bisse von Wildtiere gewesen. Die argentinischen Forensiker stellten dagegen fest, wenngleich es Hinweise auf Tierbisse gibt, in bestimmten Gesichtsteilen eindeutige Anzeichen der Verwendung einer Hiebwaffe ausgemacht werden konnten. "Das ist etwas, dass nicht beiseite gelassen werden darf", so die EAAE.
Mondragóns Witwe prangerte in einem Interview mit der Journalistin Carmen Aristegui an, dass, 22 Polizisten wegen des Vorfalles in Iguala mit der Anschuldigung im Gefängnis sitzen, fünf Menschen durch Schüsse getötet zu haben. Aber "auf Julio Cesar wurde nicht geschossen. Seine Leiche wurde außerdem an einem ganz anderen Ort gefunden, als dort, wo diese fünf Opfer erschossen wurden", erklärt die junge Frau. Sie und weitere Angehörige des Opfers fordern,  dass die Generalstaatsanwaltschaft neue Ermittlungen einleitet, den Fall vollständig untersucht um die Täter festzunehmen und zu bestrafen.
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Geschmähter Friedensdienst

Die USA planten die nukleare Vernichtung von 1.200 Städten in den Staaten des Warschauer Vertrages sowie Chinas. Eine 800 Seiten umfassende Zielliste machte Washington Ende der 50er Jahre zum Regierungsprogramm, es wurden dafür 1.200 Wasserstoffbomben MK-15 produziert, von denen jede die Sprengkraft von 300 Hiroshima-Bomben besaß – allein 68 solcher Mordinstrumente sollten auf die DDR-Hauptstadt Berlin abgeworfen werden


mfs-fahne

Die Spione der DDR handelten nach der Maßgabe, einen Krieg zu verhindern. Ihre Leistungen werden in Zeiten sich verschärfender Konflikte deutlich erkennbar  

Von Werner Großmann[1] und Wolfgang Schwanitz[2] 

In: junge Welt online vom 09.02.2016 (gekürzt)

Darin berichten Agenten der Hauptverwaltung Aufklärung, des Auslandsnachrichtendienstes der DDR, über ihre Tätigkeit an den Schaltstellen westdeutscher Politik und Wirtschaft. Der Band erschien bereits 2003 unter dem Titel »Kundschafter im Westen«. Gegenüber der damaligen Fassung fehlen in der neuen Ausgabe drei der ursprünglich 31 Beiträge. jW veröffentlicht an dieser Stelle vorab das für diese Ausgabe verfasste Vorwort. (jW)  
  Seit nunmehr einem Vierteljahrhundert ist die DDR Geschichte. Ihr Auslandsnachrichtendienst und alle anderen Institutionen sind es damit auch. Wer bei politischem Verstand ist, hat viele Gründe, dies zu bedauern. Der wichtigste Grund ist die Tatsache, dass inzwischen der Krieg wieder als eine normale Fortsetzung der Politik praktiziert wird.  
  Der französische Sozialist Jean Jaurès (1859–1914) sah nicht als erster und einziger den kausalen Zusammenhang zwischen Kapitalismus und Krieg, aber er kleidete diesen in ein sehr überzeugendes Bild: »Der Kapitalismus trägt den Krieg in sich wie die Wolke den Regen.« Womit gesagt ist: Solange es Kapitalismus gibt, solange wird es auch Kriege geben.  
  Die Deutsche Demokratische Republik brach mit dem Kapitalismus in Deutschland, der Schwur der Überlebenden des Konzentrationslagers Buchenwald »Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!« wurde Staatsdoktrin. Womit die DDR zwangsläufig zur Zielscheibe kapitalistischer Staaten wurde, insbesondere jenes Nachfolgestaates des Deutschen Reiches, der ein einheitliches, antifaschistisch-demokratisches Deutschland verhinderte, indem er das Land teilte. Die existentielle Auseinandersetzung mit den alternativen Gesellschaften, die eine antikapitalistische Entwicklung einschlugen, nannten sie Kalter Krieg. Und dieser wurde, grundsätzlich betrachtet, nach den gleichen Prinzipien geführt, die Kaiser Wilhelm II. 1905 in seinem Neujahrsbrief an den deutschen Reichskanzler Bernhard von Bülow formuliert hatte: »Erst die Sozialisten abschießen, köpfen und unschädlich machen, wenn nötig per Blutbad, und dann Krieg nach außen. Aber nicht vorher und nicht a tempo.«  
  Der Krieg »nach außen« wurde bis 1990 verhindert allein durch die Existenz eines zumindest militärisch gleichwertigen Widerparts, eines Bündnisses, das sich die Sicherung des Weltfriedens auf die Fahnen geschrieben hatte. Die Androhung wechselseitiger Vernichtung war zwar kein auf Dauer erträglicher Zustand, außerdem verschlang die Rüstung Ressourcen, die den Völkern fehlten. Aber das wies den Kapitalismus in die Schranken. Diese waren beseitigt, als die Mauer fiel und der Warschauer Vertrag sich auflöste. In Europa wurde wieder geschossen. Zuerst auf dem Balkan – wie schon einmal 1914. Ab 1999 waren auch deutsche Soldaten dabei. Solange zwei deutsche Staaten existiert hatten, hatte man sich solche Unverfrorenheit, nicht getraut …  
Opfer der Siegerjustiz   Diesen großen politischen Bogen sollte man schon schlagen, um sich bewusst zu machen, welchen Beitrag die Spione der DDR – die wir zu ihrer Unterscheidung von den Agenten des Kapitalismus »Kundschafter« nannten – zur Bewahrung des Friedens bis 1990 nachweislich leisteten. Und wir sollten auch sagen, dass sie dazu nur deshalb in der Lage waren, weil die sie führende Hauptverwaltung Aufklärung (HV A) zu einem Ministerium für Staatssicherheit (MfS) gehörte, in welchem der Schutz des Friedens staatlich organisiert und koordiniert worden ist. Selbstredend gemeinsam mit anderen Institutionen, denn das MfS inklusive HV A stand nicht über anderen Einrichtungen der DDR, sondern es war Teil eines großen Ganzen.  
Die Kundschafter, auch die der Militäraufklärung, kämpften in der ersten Linie, die keineswegs unsichtbar war. Der Verlauf der Klassenfront war durchaus erkennbar. Und sie selbst blieben nur solange unsichtbar, solange sie nicht erkannt wurden. Falls sie jedoch enttarnt wurden, verhielt man sich ihnen gegenüber so, wie es der deutsche Kaiser seinerzeit gefordert hatte: »abschießen, köpfen und unschädlich machen«. Horst Hesse, der 1958 aus einer Filiale des US-Nachrichtendienstes MID in Würzburg die Datei mit den amerikanischen Agenten in der DDR sicherstellte (was später die Vorlage für den DEFA-Film »For eyes only« lieferte), wurde in den USA in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Andere Kundschafter wie Hans Voelkner oder Marianne und Hans-Joachim Bamler wurden in französischen Kerkern »unschädlich« gemacht, Christel und Günter Guillaume, Renate und Lothar-Erwin Lutze in denen der Bundesrepublik. Lutze war elf Jahre inhaftiert, ehe er 1987 ausgetauscht werden konnte. Er saß von allen am längsten.  
All diese Genossen und unsere Gefährten wussten, wie hoch ihr Risiko war. Sie gingen es mit Bedacht ein, weil sie nicht nur von der Richtigkeit ihres Tuns überzeugt waren, sondern auch von dessen Notwendigkeit.  
Daran änderte auch die Niederlage nichts, die wir 1989/90 erlitten. 
Dieser Überzeugung blieben sie, blieben wir ebenso treu wie jene Kräfte der Konterrevolution, die obsiegten, der ihren: Sie machten die Sozialisten mit Hilfe der Justiz unschädlich, um »dann Krieg nach außen (zu beginnen). Aber nicht vorher und nicht a tempo.« Es gab etwa dreitausend Ermittlungsverfahren nach 1990, viele Kundschafter wurden zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.  
Die kapitalistische Justiz – die trotz gegenteiliger Bekundungen eine Klassenjustiz ist und bleibt – drängte sie an den sozialen Rand der Gesellschaft. Die Rentenkassen erledigten auch die Führungsoffiziere und die Mitarbeiter, die hinter diesen Kundschaftern in der DDR standen. Und die kapitalistische Propaganda besorgte die Gehirnwäsche bei den Außenstehenden. Inzwischen haben wir es mit einer ganzen Aufarbeitungsindustrie zu tun. Das Land ist überzogen von einem Netzwerk staatlicher oder staatlich alimentierter Einrichtungen, die jenen Generationen, die keine lebendige Erinnerung an die DDR haben, ein Bild von dieser »zweiten deutschen Diktatur« vermitteln sollen, in der »die Stasi« spitzelte und spionierte, Unschuldige verfolgte und zu seelischen Krüppeln machte.  
Menschenverachtender Plan   Dass solche Darstellungen falsch und verlogen sind, wissen alle, die dabei waren. Wir werden aber immer weniger, das ist der Lauf der Welt. Deshalb legen wir Zeugnis ab, solange es geht. Dabei geht es nicht um Rechtfertigung. Wofür sollten wir uns »rechtfertigen«? Die Sicherung des Friedens bedarf keiner Begründung. Eher stehen doch wohl jene in der Pflicht zu erklären, warum sie fortgesetzt den Frieden brechen. Sie führen weltweit Krieg gegen den Terror, wie sie behaupten.  
  Sollte man nicht besser nach dessen Ursachen fragen? Wurzeln diese nicht in Jahrhunderte währender kapitalistischer Bevormundung, Ausbeutung und Unterdrückung? Oder in der Zerschlagung staatlicher Strukturen, um einen »Systemwechsel« mit dem Ziel höherer Profite herbeizuführen? Wenn dann Unwissenheit auf Leichtgläubigkeit trifft, finden religiöse Vorstellungen Zuspruch, die Glück und Zufriedenheit versprechen. Natürlich und mit Recht stößt das zu Beginn des 21. Jahrhundert auf Widerspruch, und alle Verbrechen, die sich auf antiquiertes Denken oder auf eine Religion berufen, sind zu verurteilen. (Das gilt für den Islam wie für das Christentum) Doch die Auseinandersetzung mit solchen Auffassungen und den daraus resultierenden Rechtsbrüchen darf nicht die Frage nach dem Warum ausblenden. Das aber geschieht absichtsvoll. Sie wird weggebombt. Denn hinter den Rauch- und Propagandaschwaden verschwinden auch andere Probleme. 
Der Imperialismus – diesen Begriff liebt man nicht, weil er zu deutlich den Charakter der kapitalistischen Gesellschaft benennt – hat keine Moral außer jener, an die schon Karl Marx im »Kapital« erinnerte: »300 Prozent (Profit) und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf die Gefahr des Galgens.« Wir erinnern uns: Im Mai 1945 – soeben war von der Antihitlerkoalition Nazideutschland niedergerungen und der Krieg in Europa beendet worden – sollte die Sowjetunion von britischen und US-Truppen militärisch niedergeworfen werden. Für die »Operation Unthinkable« wollte man etwa 100.000 kriegsgefangene Wehrmachtsoldaten reaktivieren. Der Termin des Überfalls war auf den 1. 
Juli 1945 festgelegt. Er wurde abgeblasen, weil man erstens die Sowjetunion militärisch für zu stark hielt und zweitens Probleme sah, der eigenen Bevölkerung einen Krieg gegen den bisherigen Verbündeten glaubwürdig zu vermitteln. Dieser streng geheime Plan wurde erst 1998 publik.  
Ende 2015 erfuhr die Welt von einem anderen »streng geheimen« Plan: die nukleare Vernichtung von 1.200 Städten in den Staaten des Warschauer Vertrages sowie Chinas. Deren Namen standen in einer »Atomwaffenbedarfsstudie« des strategischen Bomberkommandos der USA. Die 800 Seiten umfassende Zielliste machte Washington Ende der 50er Jahre zum Regierungsprogramm, es wurden dafür 1.200 Wasserstoffbomben MK-15 produziert, von denen jede die Sprengkraft von 300 Hiroshima-Bomben besaß. 
Allein 68 solcher Mordinstrumente sollten auf die DDR-Hauptstadt Berlin abgeworfen werden[3], für Leningrad – drei Jahre von der faschistischen Wehrmacht erfolglos belagert – waren 145, für Moskau 179 vorgesehen. Der Deckname der Zielorte: »Ground Zero«.  
  Dass dieser irrwitzige, menschenverachtende Plan nicht ausgeführt wurde, war nicht irgendwelchen Humanitätsgedanken oder christlicher Nächstenliebe geschuldet, sondern einzig der Tatsache, dass die Sowjetunion und ihre Verbündeten unter großen Mühen ein atomares Patt erreicht hatten, was zu der simplen Logik führte, die selbst Kalte Krieger begriffen: Wer als erster schießt, stirbt als zweiter!  
  Nicht grundlos hieß damals das Uranerz, das wir oft unter unsäglichen Bedingungen und keineswegs schadlos für Mensch und Umwelt aus den Schächten in der DDR kratzten, »Friedenserz«. Der Preis, den wir zahlten, war hoch. Aber die Rendite rechtfertigte unseren Einsatz: Wir verhinderten dadurch die nukleare Vernichtung der Menschheit. Zu den notwendigen Aufwendungen, die uns auszehrten, gehörten auch die zugunsten der Schutz- und Sicherheitsorgane im In- und im Ausland. Ohne unsere Aufklärer und das gesellschaftliche Hinterland hätten wir nicht bis 1990 Frieden sichern und für eine stabile Ordnung sorgen können. Ein System kollektiver Sicherheit, in den 70er Jahren mit der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) geschaffen, wäre ohne dieses kollektive Engagement nicht möglich gewesen.  
Globale Bespitzelung   Und jene geheimen Pläne zur Eroberung und Beherrschung der Welt waren nicht die einzigen – das Thema ist keines ausschließlich für den Geschichtsunterricht. Es ist Gegenwartskunde, wie wir etwa von Edward Snowden wissen, einst Mitarbeiter der CIA. Von ihm erfuhr 2013 die Welt, dass die Geheimdienste der USA systematisch die Welt ausforschen. Ob Freund oder Feind, Verbündeter oder Gegner: egal, gespitzelt wird global. Seither dringen mehr und mehr Details an die Öffentlichkeit. Im Bundestag beschäftigt sich seit 2014 ein Untersuchungsausschuss mit der NSA-Affäre, in dem auch die Kooperation des Bundesnachrichtendienstes mit den US-Spionageeinrichtungen ans Licht kam wie auch die Tatsache, dass der BND gleichfalls EU-Partner abhörte. Als 2013 ebenfalls ruchbar wurde, dass die Amerikaner das Telefon der Bundeskanzlerin abhörten, empörte sich Angela Merkel: »Ausspähen unter Freunden, das geht gar nicht.« Zwei Jahre später kam heraus, dass der BND das gleiche tat – er hörte die »Freunde« in Paris ab. Uns überraschte das nicht.  
  Dem Bereich Gegenspionage der HV A war es in den 80er Jahren gelungen, ein Dokument mit der Bezeichnung »National SIGINT Requirements List« (NSRL) sicherzustellen. Es handelte sich um eine Wunschliste der Intelligence Community der USA für die weltweite fernmelde- bzw. elektronische Aufklärung. Federführend bei der Erstellung dieses Dokuments war die NSA. Darin fixiert waren das Interesse aller US-Geheimdienste, des Weißen Hauses und einiger Regierungsorgane, etwa des Außen- und des Energieministeriums, an spezifischen Informationen aus bestimmten Regionen und Ländern. Verlangt wurden detaillierte Daten zur Außen-, Innen-, Wirtschaftspolitik, über die Potenzen an strategischen Rohstoffen, die Streitkräfte, das Vorhandensein von Massenvernichtungswaffen, Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung (vor allem in solchen Bereichen, bei denen die USA unangenehme Überraschungen fürchtete), spezielle Rüstungsforschungen, Entwicklungen in der Energiepolitik etc. Und natürlich verlangte man auch Auskünfte über die Tätigkeit der Geheimdienste jener Länder.  
  Durch diese Liste, von unseren Kundschaftern besorgt, erhielten wir Kenntnis von den geheimen Informationsinteressen der USA an jedem einzelnen Land der Erde und wie diese bedient werden sollten. Wir hatten somit die Möglichkeit, darauf prophylaktisch zu reagieren und uns (und unsere Verbündeten) zielgerichtet vor den Angriffen der US-Geheimdienste zu schützen.  
  Darüber berichtete Oberst a. D. Klaus Eichner, Chefanalytiker der HVA, in seinem Buch »Imperium ohne Rätsel. Was bereits die DDR-Aufklärung über die NSA wusste«. Das wurde, wie üblich, als reine DDR-Propaganda und als »Rechtfertigungsschrift« abgetan – bis im Mai 2014 eine Podiumsdiskussion in den Räumen der Bundeszentrale für politische Bildung in Berlin stattfand. Daran nahm auch William Binney teil, der 32 Jahre lang bei der NSA unter anderem als Technischer Direktor gearbeitet hatte, ehe er nach Nine Eleven hinwarf. Ins Zentrum des Gespräches rückte bald jene »National SIGINT Requirements List«. Binney und andere Diskutanten bestätigten, dass dieses Arbeitsprogramm der US-Führung unverändert existiere und laufend aktualisiert werde. Und die Diskussion der Experten offenbarte ferner: Kern des Problems ist der Drang der Großmacht USA, ihren globalen Herrschaftsanspruch mit Hilfe ihrer Nachrichtendienste gegen Feind wie Freund durchzusetzen. Dieser Überzeugung war die DDR seinerzeit aus politischen Gründen – unsere Aufklärer brachten dafür fortgesetzt die Beweise.  
  Klaus Eichner, sonst in der Regel ausschließlich mit einer untergegangenen und geschmähten DDR-Institution in Verbindung gebracht, wurde nach dieser Gesprächsrunde in einem Hamburger Nachrichtenmagazin plötzlich als »ehemaliger DDR-Offizier« bezeichnet. Das war nicht falsch. Aber eben nur die halbe Wahrheit: Klaus Eichner war Offizier in der Hauptverwaltung Aufklärung des Ministeriums für Staatssicherheit, dem er von 1957 bis 1990 angehörte. Er wurde auf einmal als seriöser, kundiger Fachmann behandelt und als gleichberechtigter Gesprächspartner akzeptiert. 
Aber dass er Mitarbeiter des MfS war, das behielt man lieber für sich.  
Dokumentendiebstahl   Im Juni 1990 waren alle US-Unterlagen mit Blaulicht und bewaffnetem Schutz der Volkspolizei zur Archivierung in die Normannenstraße, der einstigen MfS-Zentrale, gefahren worden. Darunter jene 13.088 Blatt, die zum Komplex NSRL von unseren Kundschaftern und ihren Quellen zusammengetragen worden waren. In den Abendstunden des 4. Oktober 1990 – am ersten Arbeitstag nach dem Ende der DDR – durchsuchte im Auftrag der Bundesanwaltschaft ein Spezialkommando des BKA mit vier Beamten und zwei Technikern das Archiv.  
  25 Jahre später berichteten verschiedene Quellen, darunter auch der RBB im Januar 2014, dass diese und andere Maßnahmen im Auftrage des seinerzeitigen Bundesinnenministers Wolfgang Schäuble erfolgt waren. Um die Berliner Polizei damit nicht zu belasten, sei der Bundesgrenzschutz mit der Besorgung bestimmter Akten beauftragt worden. Diese wurden ungesichtet umgehend nach Übersee ausgeflogen, womit auch der Auftraggeber für diesen Diebstahl genannt war: die USA. Wie es im Spiegel 30/1999 dazu hieß: »Washington hatte ganz ordentlich Druck in Bonn gemacht – schließlich trugen etliche der Dokumente Stempel der höchsten amerikanischen Geheimhaltungsstufen Top Secret und Top Secret Umbra.« Den Grund für diesen Druck nannte das Nachrichtenmagazin auch: »Sie waren der Beweis dafür, wie ungeniert die Amerikaner (…) Spionage betrieben – auch gegen die Westdeutschen.«  
  Als die NSA-Akten das einstige MfS-Archiv verließen und in die USA ausgeflogen wurden, verschwanden sie auf Nimmerwiedersehen, wodurch es unmöglich gemacht wurde, schon damals den US-Amerikanern schwarz auf weiß zu beweisen, wie sie gegen die DDR und gegen die Bundesrepublik Deutschland in den 70er und 80er Jahren spioniert hatten. Die Spuren waren erfolgreich beseitigt worden.  
  So wie man seit einem Vierteljahrhundert eifrig dabei ist, die Spuren der Kundschafter zu eliminieren. Das wird aber nicht gelingen, solange es die Erinnerung gibt und Bücher. Sie dokumentieren die Arbeit, die Haltung und die Motive von Frauen und Männern, die sich dafür engagierten, dass Frieden blieb – indem sie für den Friedensstaat DDR kundschafteten, politische, wirtschaftliche, wissenschaftlich-technische, militärische und geheimdienstliche Institutionen des Klassengegners ausforschten, uns warnten oder halfen, unser Land und seine Verbündeten ökonomisch zu stärken, indem sie die Lücken schlossen, die der Gegner schlug, um uns zu schwächen. Markus Wolf (1923–2006), der die Hauptverwaltung Aufklärung aufbaute und sie bis 1986 erfolgreich führte, erklärte zu Recht in einem Interview: »Wir haben ja nicht gegen Feindbilder operiert. Wir hatten wirkliche Feinde.« Und das verziehen ihm diese Feinde bis an sein Lebensende nicht. Als er in den 90er Jahren, nach allen Verfahren und Verurteilungen, ein Visum für die USA beantragte, wurde es ihm mit der Begründung vom U.S. Department of State verweigert, er habe eine terroristische Vergangenheit. (»Markus Wolf Ineligible for U.S. Visa Due to Terrorist Activity«, Daily Press Briefing vom 9. Juni 1997)  
  Wir wussten es damals, als wir der DDR dienten, und wir können es heute nicht übersehen, weil wir es täglich in den Nachrichten zur Kenntnis nehmen müssen: Sie sind die Terroristen. Unsere Kundschafter, die Topspione im Westen, haben zu ihrer zeitweiligen Bändigung beigetragen. 
Darauf können alle friedliebenden Deutschen unverändert stolz sein.  
 
 



[1]  Werner Großmann (geb. am 9. März 1929 in Oberebenheit,bei Pirna (Sachsen) war stellvertretender Minister für Staatssicherheit und war von 1986 bis 1990 Leiter der Hauptverwaltung Aufklärung (HV der Deutschen Demokratischen Republik.
[2]  Wolfgang Schwanitz (geb. 26. Juni 1930 in Berlin) war von 1986 bis 1989 stellvertretender Minister für Staatssicherheit der DDR und von 1989 bis 1990 Leiter des Amtes für Nationale Sicherheit der DDR. (siehe Wikipedia)
[3]  Dass ganz Berlin – also auch Westberlin – vernichtet worden wäre, nahm man billigend in Kauf

Die Macht des „Njet“

Die Amerikaner haben stets und ständig verlangt, daß Rußland gemeinsam mit ihnen vorgeht, um Bashar Assad zu stürzen. Die unveränderte russische Antwort war: „Njet, die Syrier haben selbst über ihre Regierung zu entscheiden, nicht Rußland und auch nicht die Vereinigten Staaten.“


kerryputinlavrovVorbemerkung der Redaktion: Natürlich ist es stark übertrieben, wenn diesem „Njet“, dieser Absage an die Vormachtstellung der USA, hier eine solche große Bedeutung beigemessen wird. Denn bekanntlich sucht der Imperialismus immer seinen Ausweg aus der Krise im Krieg. Ebenso gut wissen wir auch, daß allein das revolutionäre Proletariat in der Lage ist, eine Änderung der gesellschaftlichen Verhältnisse herbeizuführen. Solange jedoch in der werktätigen Bevölkerung weder Klassenbewußtsein, noch eine revolutionäre Stimmung vorhanden sind, wird es keine proletarische Revolution geben, mag die Unzufriedenheit auch noch so groß sein. Doch jeder Klassenkampf, jeder Kampf der ausgebeuteten Volksmassen gegen ihre Unterdrücker, führt zu neuen Erkenntnissen und beschleunigt den Untergang des Kapitalismus. Nur eine eine marxistisch-leninistische Kampfpartei vermag den Weg in die Zukunft zu weisen!

 

Dmitri Orlow

Übersetzung: Florian Geißler, Jena

Quelle:  http://blogdoalok.blogspot.de/2016/07/o-poder-do-nao-por-dmitri-orlov.html

Vermutlich laufen die Dinge auf diesem Planeten so: Die Macht-Strukturen in den USA (öffentliche wie private) entscheiden, was der Rest der Welt zu tun hat. Sie teilen ihre Wünsche über offizielle und inoffizielle Kanäle mit und erwarten automatisch eine Zusammenarbeit. Wenn Zusammenarbeit nicht sofort erfolgt, wenden sie politischen, finanziellen und wirtschaftlichen Druck an. Und wenn das nicht den beabsichtigten Effekt erzielt, dann versuchen sie es mit einem „Regime Change“ durch eine Farbenrevolution oder durch einen Militärputsch, oder sie organisieren und finanzieren einen Aufstand, der bei der widerspenstigen Nation zu Terroristenangriffen und zum Bürgerkrieg führt. Wenn auch das nicht funktioniert, dann bombardieren sie eben das Land zurück in die Steinzeit. Das ist die Art und Weise, wie es in den 1990er und in den 2000er Jahren funktioniert hat – solange bis eine neue Dynamik aufgetaucht ist.
Anfangs konzentrierte sich das auf Rußland, doch inzwischen hat sich das Phänomen über die ganze Welt verbreitet und ist nun im Begriff, die Vereinigten Staaten selbst zu überfluten. Und das geht so: Die USA entscheiden, was Rußland tun soll, sie teilen ihre Wünsche mit, wobei sie eine automatische Zusammenarbeit erwarten. Und Rußland sagt „Njet“. Die USA ziehen alle obengenannten Register, außer der Bombardierungskampagne, von der sie durch Rußlands Atomwaffen abgeschreckt werden. Die Antwort bleibt „Njyet“. Man könnte sich vielleicht vorstellen, daß irgendeine kluge Person innerhalb der USA-Machtstruktur aufgemuckt hat und gesagt: „Gestützt auf die Beweise funktioniert das Vorschreiben unserer Begriffe bei Rußland nicht; wir wollen versuchen, mit Rußland in gutem Einvernehmen wie unter Gleichen zu verhandeln.“ Und dann werden sich alle an die Köpfe fassen und sagen: „Wow! Das ist brillant! Warum sind wir nicht gleich darauf gekommen?“ Aber anstatt, daß diese Person deshalb noch am selben Tag entlassen wird, sehen wir, daß die amerikanische globale Hegemonie nicht verhandelbar ist. Und so geschieht es, daß die Amerikaner verwirrt reagieren, sich umgruppieren und es noch einmal versuchen, um ein ganz amüsantes Spektakel abzuliefern.
Die ganzen Verwicklungen um Edward Snowden waren besonders amüsant auzusehen. Die USA hatten seine Auslieferung gefordert. Die Russen haben gesagt: „Njet, unsere Verfassung verbietet das.“ Daraufhin haben witzigerweise einige Stimmen im Westen von Rußland die Änderung seiner Verfassung gefordert! Und die Antwort, die keiner Übersetzung bedarf, war „Hahahaha!“ Weniger komisch ist die Sackgasse in Fall von Syrien: Die Amerikaner haben stets und ständig verlangt, daß Rußland gemeinsam mit ihnen vorgeht, um Bashar Assad zu stürzen. Die unveränderte russische Antwort war: „Njet, die Syrier haben selbst über ihre Regierung zu entscheiden, nicht Rußland und auch nicht die Vereinigten Staaten.“ Jedes Mal, wenn sie es hören, kratzen sich die Amerikaner ihre Köpfe, und … versuchen es noch einmal. John Kerry war gerade kürzlich in Moskau, um einen „Verhandlungs“-Marathon mit Putin und Lawrow  abzuhalten. Oben ist ein Foto von Kerry, der mit Putin und Lawrow in Moskau spricht, das vor ungefähr einer Woche aufgenommen wurde, und es ist schwer, ihre Gesichtsausdrücke zu mißdeuten. Da ist Kerry mit dem Rücken zur Kamera, laut das Übliche plappernd. Das Gesicht von Lawrow sagt: „Ich kann nicht glauben, daß ich hier sitze und mir wieder diesen Quatsch anhören muß.“ Das Gesicht Putins sagt: „Oh, dieser arme Idiot, er kann sich nicht dazu bringen zu begreifen, daß wir gerade dabei sind, wieder ‘njet’ zu sagen.“ Und Kerry ist mit einem erneuten „njet“ nach Hause geflogen.
Was ist schlecht daran, wenn andere Länder jetzt auch darauf kommen? Die Amerikaner haben den Briten genau gesagt, wie sie abzustimmen haben, doch auch die Briten haben „njet“ gesagt und für den Brexit gestimmt. Die Amerikaner haben den Europäern gesagt, daß sie den fürchterlichen profitgierigen Machtputsch zu akzeptieren hätten, bei dem es um den „Transatlantischen Handel und die Investitionspartnerschaft“ (TTIP) geht, und die Franzosen haben gesagt: „njet, so geht das nicht!“ Die USA haben auch noch einen Militärputsch in der Türkei organisiert, um Erdoǧan durch jemanden anderes zu ersetzen, der nicht versucht, mit Rußland gut auszukommen, und auch noch die Türken haben dazu „njet“ gesagt. (…)
Die ätzende psychologische Wirkung des „njet“ auf die amerikanische hegemonische Seele ist nicht zu unterschätzen. Wenn Sie wie ein Hegemon denken und handeln sollen, aber nur der denkende Teil noch arbeitet, dann ist das Ergebnis eine kognitive Dissonanz. Und wenn es Ihr Job ist, die Nationen ringsherum zu schikanieren, und die Nationen nicht mehr schikaniert werden wollen, dann wird auch Ihr Job zu einem Witz, und Sie verwandeln sich in einen mentalen Irren, der nicht begreifen will, was passiert. Dieser Wahnsinn hat kürzlich ein interessantes Symptom hervorgebracht: Eine Anzahl von Mitarbeitern des US-Außenministeriums hat einen Brief unterzeichnet, der alsbald an die Öffentlichkeit gelangte, in dem gefordert wurde, Bashar Assad nach einer Bombardierungskampagne gegen Syrien zu stürzen. Und solche Leute sind Diplomaten. Die Diplomatie ist die Kunst, durch Gespräche Krieg zu vermeiden. Diplomaten, die nach Krieg rufen, sind eines ganz gewiß nicht – diplomatisch. Nun konnte man sagen, daß sie inkompetente Diplomaten sind, aber das würde nicht weit genug gehen (die meisten fähigen Diplomaten haben während der zweiten Regierung von Bush ihren Dienst quittiert, viele von ihnen aus Ekel, über die Sinn des Irak-Kriegs lügen zu müssen). Die Wahrheit ist doch: sie sind krank. Sie sind gestörte, undiplomatische Kriegstreiber. Darin besteht ist die Macht dieses einfachen russischen Wortes „njet“, daß diese Leute buchstäblich ihren Verstand verloren haben.
Aber es wäre unfair, hier nur das State Departement herauszunehmen. Es ist, als ob die komplette amerikanische Politik von einer Fäulnispest durchzogen ist. Sie dringt in alle Ritzen und macht das Leben unerträglich. Trotz der zunehmenden Probleme sind die meisten anderen Dinge in den USA noch einigermaßen beherrschbar, doch diese eine Sache – das abartige Bestreben, die ganze Welt zu schikanieren – ruiniert alles. Es ist Sommerszeit, die Nation liegt am Strand. Doch die Stranddecke ist abgenutzt und von Motten zerfressen, der Sonnenschirm hat Löcher, die Erfrischungsgetränke in der Kühlbox sind mit scheußlichen Chemikalien verunreinigt, die Sommerlektüre ist stinklangweilig … und dann gibt es noch einen toten Walfisch, der am Strand verfault: sein Name ist „Njet“. Das stört das ganze Ambiente!
Die Medien wackeln mit den Köpfen und die etablierten Figuren der Politik sind an einem Punkt angelangt, wo ihnen dieses Problems schmerzlich bewußt wird, und ihre voraussagbare Antwort darauf ist das, was sie als dessen letzte Ursache wahrnehmen: Rußland ist schuld,  personifiziert durch Putin. „Wenn Sie nicht für Clinton sind, so sind Sie für Putin“ – das ist die jüngste politische Redensart. Eine andere ist: „Dieser Trump ist ein Agent Putins“. Und jede öffentliche Person, die es ablehnt, eine Pro-Establishment-Haltung einzunehmen, wird automatisch zu „Putins nützlichem Idioten“ abgestempelt. Gemessen an ihrem Wert sind solche Äußerungen völlig absurd. Es gibt jedoch eine tiefere Erklärung dafür: Was sie alle vereint, das ist die Macht dieses „njet“. Eine Stimme für Sanders ist so eine „Njet“-Stimme: Das demokratische Establishment hat einen Kandidaten hervorgebracht, der Leuten zuredet, für ihn zu stimmen, und die meisten jungen Menschen haben „njet“ gesagt. Das gleiche Ding ist es mit Trump: Das republikanische Establishment hat seine Seven Dwarfs vorgeführt und den Leuten zugeredet, für einen von ihnen zu stimmen, und der größte Teil der entrechteten Arbeiterklasse der weißen Bevölkerung hat „njet“ gesagt und für ein Schneewittchen als Außenseiter gestimmt.
Es ist ein hoffnungsvolles Zeichen, wenn Leute überall in der von Washington beherrschten Welt die Macht des „njet“ entdecken. Das Establishment mag noch so scheelen Blick nach außen schauen, aber unter der glänzenden neuen Farbe dort verbirgt sich ein verfaulter Rumpf, in den bereits durch jede offene Naht das Wasser eindringt. Ein  überwältigend starkes „njet“ wird wahrscheinlich ausreichend sein, um den Kahn zum Sinken zu bringen und endlich Platz für einige sehr notwendige Änderungen zu machen. Wenn das geschieht, so vergessen Sie bitte nicht, sich bei Rußland zu bedanken, oder, wenn Sie wollen, auch bei Putin.

The CPSU(B), Gosplan and the Question of the Transition to Communist Society in the Soviet Union 1939-1953

        


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by Vijay Singh
Marxism recognises the primary role of the industrial working class in the democratic and socialist revolutions and in the transition to communist society. In the Communist Manifesto Marx and Engels indicated that of ‘all the classes that stand face to face with the bourgeoisie today, the proletariat alone is a really revolutionary class. The other classes decay and finally disappear in the face of modern industry: the proletariat is its special and essential product.’ V.I. Lenin in A Great Beginning expressed the Marxist position that only the urban workers and the industrial workers were able to lead the whole mass of the working and exploited people to overthrow capitalism and create the new socialist system. Socialism required the abolition of classes which necessitated the abolition of all private ownership of the means of production, the abolition of the distinction between town and country as well as the distinction between manual workers and brain workers. Lenin explicitly rejected the proposition that all the ‘working people’ were equally capable of performing these historical tasks. He considered that the assumption that all ‘working people’ were able to carry out the tasks of the socialist revolution was an empty phrase or the illusion of a pre-Marxist socialist. The ability to abolish classes grew only out of the material conditions of large scale capitalist production and was possessed by the workers alone. Marxism excludes from the definition of the working class the urban and rural petty-bourgeoisie, the office staff, the mental workers as well as the toiling masses. The attempts of Russian neo-Brezhnevism to broaden and extend the definition of the working class must be rejected just as historically the attempts of the Narodniks to include the petty-bourgeoisie in this category were fought by the Bolshevists. Confusion on this question carries grave implications for the character and composition of the Communist Party, for the very existence of the dictatorship of the proletariat, for the abolition of classes and the commodity system under socialism and for the transition to Communism.
The logic of Marxism did not permit the ‘working people’ as opposed to the proletariat to direct the construction of a socialist society. In The Agrarian Question in Russia Towards The Close of The Nineteenth Century, Lenin unequivocally considered that Socialism ‘means the abolition of commodity economy’ and that so long as exchange remains ‘it is ridiculous to talk of socialism’. The dictatorship of the proletariat must remain until such time as classes disappeared, Lenin argued in his article Economics and Politics In The Era of the Dictatorship of The Proletariat. The abolition of classes under socialism entailed the end of the difference between factory worker and peasant so that all became workers. It follows from this that the proletarian party cannot be a ‘party of the whole people’ or the dictatorship of the proletariat a ‘state of the whole people’. These positions were defended in the Stalin period. In the period after collectivisation in his Speech on the Draft Constitution Stalin held that the Soviet Union had already in the main succeeded in building the foundation of a socialist society; he nevertheless in these years argued, as in his Report to the 17th Congress of the CPSU(b), that the project of building a classless socialist society remained a task for the future.
The perspective of completing the building of a classless socialist society and the gradual transition from socialism to communism was the dominating leitmotif at the 18th Congress of the CPSU(b) held in March 1939. This emerges clearly from the speeches of the Soviet leadership at the Congress. In his opening remarks to the Congress Molotov asserted that Socialism had basically been constructed in the Soviet Union and that the forthcoming period was one of the transition to Communism. Stalin in his Report to the Congress, while noting that the USSR had outstripped the principal capitalist countries with regard to the rate of industrial development and the technique of production, indicated it had yet to economically outstrip the principal capitalist states in terms of industrial consumption per head of the population, which was the pre-condition of that abundance of goods which was necessary for the transition from the first to the second phase of Communism. He anticipated that the continued existence of the Soviet state was necessary during the period that Soviet Communism was being established. Until such time as capitalist encirclement was not superceded by socialist encirclement and the danger of foreign military attack did not recede, the military, penal and intelligence organs were necessary for the survival of the USSR. The Soviet state was not to wither away in the near future, it would, however, undergo changes in conformity with domestic and international requirements. Engels’ proposition that the state would wither away in Communism, Stalin opined, assumed that the victory of communism had taken place in the major countries which was not the case in the contemporary world situation.
In his Report on the Third Five Year Plan for the Development of the National Economy of the USSR Molotov linked the new plan specifically to the task of the completion of a classless socialist society and the gradual transition from socialism to communism. Collectivisation, during the course of the Second Five Year Plan, had economically destroyed the kulaks which had been the last exploiting class existing in Soviet society. It had thus ended the private ownership of the means of production and formed the cooperative form of property relations through the establishment of the collective farms which now co-existed with the state property which had been created in the October revolution. The first phase of Communism had already been built in the USSR. The Third Five Year Plan was to be considered as a major step towards the formation of full communism. Molotov then examined the social classes which existed in the Soviet Union. Social differences persisted between the working class, the collective farm peasantry (as well as with the newly formed stratum of socialist intellectuals) corresponding to the nature of the differences in property relations between the state enterprises and the collective farms. In the transition to communist society the working class would play the leading role and the collective farm peasantry would exert an active role. Noting the distinctions between the advanced and backward strata of these classes Molotov argued that, while the majority of the populace placed the general interests of society and the state over private interests in the course of building the new society, there were sections which tried to snatch advantages from the state, just as sections of the peasantry were more worried about the welfare of their own collective farms and their own individual interests. It was the Stakhanovite movement in the factories which had established technical norms and raised labour productivity in the Second Five Year Plan period which guaranteed further successes for the Soviet Union.
In his speech to the 18th Congress the Chairman of the State Planning Commission, N.A. Voznesensky, fleshed out some basic five tasks which were required for the programme of communist construction to be brought into effect: first, the productive forces needed to be developed to that extent that the USSR economically surpassed the foremost capitalist states; second, labour productivity had to be raised to a level which would allow the Soviet Union to produce an abundance of products which would lay the basis for distribution founded upon need; third, the survivals of the contradiction between town and country had to be wiped away; fourth, the cultural and technical level of the working class had to be raised to the level of the workers who were engaged in engineering and technical work with the objective of eliminating the differences between mental and physical labour; and finally, the Socialist state had to develop new forms while building communism in the conditions of capitalist encirclement. It is significant that Voznesensky, while presenting an outline of the changes required in the society and state in the transition period to communism did not broach the question of the necessary radical reconstruction of productive relations in agriculture. In the 17th Congress of the CPSU(b) of 1934 Stalin had touched upon the necessity of effecting the transition of the collective farms based upon group property to the communes founded upon social property and the most developed technique which would lay the ground for the production of an abundance of products in society. In a pregnant remark Voznesensky suggested that the task of completing the construction of socialist society, the transition to communism and catching up and overtaking the leading capitalist countries would extend beyond the period of the Third Five Year Plan; whereas two decades had been needed for the Soviet Union to establish socialism an historically shorter span of time would be necessary for the transition to communism.
Molotov struck a note of sobriety in his concluding remarks at the Congress. While the perspective had been established of overtaking the leading countries of capitalism it was important to be aware of the shortcomings of the USSR in the economic field. Whereas the position of the working masses had improved in Soviet Russia and would further so do during the course of the Third Five Year Plan, and while the country surpassed the West in terms of production technique, it was important to recall that it lagged behind in terms of the industrial output per head of the population.
The perspectives outlined at the 18th Congress had wide-ranging ramifications. They implied that a re-writing of the programme of the party was imperative. The existing programme which was still operative formally had been adopted by the 8th party Congress in March, 1919 just a year and a half after the revolution. A new programme would of necessity have to take into account the path traversed under War Communism, the New Economic Policy, collectivisation and industrialisation in addition to the anticipated path to be followed on the way to ‘complete socialism’ and ‘full communism’. The 1919 programme had correctly called for the conversion of the means of production into the social property of the working class of the Soviet Republic. In the realm of agriculture it had enjoined the establishment of Communes for conducting large-scale socialised agriculture. The demand for the abolition of classes clearly pointed to the end of the peasantry as a class. A new programme would have to squarely face the delicate question of the conversion of the group property of the collective farms into the full social property of the whole of society. The 18th Congress constituted a 27 man Commission which was charged with the responsibility of drafting the changes in the projected Third Programme of the party. The members included Stalin, Molotov, Kaganovich, Zhdanov, Beria, Voznesensky, Vyshinsky, Kalinin, Malenkov, Manuilsky, Khrushchev, Mikoyan and Pospelov.
The transition to Communist construction implied also the long-range reorientation of Soviet planning to the goal of the laying of the material and technical basis for the new society. After consultations with members of the Academy of Social Sciences of the USSR and with members of Gosplan, Voznesensky held an extended sitting of the State Planning Commission in July 1939 which took up the question of the elaboration of the development of the Soviet economy, particularly of the expansion of the energy base of the economy. Gosplan resolved to elaborate its perspectives in terms of construction of the Angarsk hydro-electrical complex, the raising of the level of the Caspian Sea and linking the Volga with the northern rivers. These developments immediately bring to mind Lenin’s understanding that electrification would open the door to Communist society. Communism was, he said, Soviet power plus electrification of the entire country. In the context of GOELRO he had spoken of the necessity of elaborating a perspective plan for Soviet Russia which would extend over a period of 10-15 years. With the goal of strengthening the pool of scientific talent available to Gosplan for the construction of the long-term economic plan a number of Academicians, including members from the USSR Academy of Sciences were involved in the activities of the Council of Scientific-Technical Experts under Gosplan for preparing the conspectus plan. Within a year and half Gosplan prepared a perspective of the long-term plan which raised questions which went beyond the limits of the Third Five Year Plan. Arising from this Voznesensky drafted a note for Stalin and Molotov which was read at a Gosplan meeting in September 1940. The central questions for a long run economic plan designed to build a classless socialist society and communism at the level of building the productive forces were the building of the ferrous and non-ferrous metallurgical industries; the complete reconstruction of railway transport; the construction of the Kuibyshev, Solikamsk and Angarsk hydro-electrical complexes; the realisation of the Baikal-Amur mainline railway; the creation of oil and metallurgical bases in the northern part of the USSR and the development of the individual regions of the country. In his note Voznesensky requested permission for Gosplan to elaborate a general economic plan for a 15 year period to be presented to the Central Committee of the Party by the end of 1941.
Tightly integrated into the projected long term perspective plan was a new approach to regional planning involving the better utilising of productive forces by basing the new industrial complexes close to the sources of energy and raw materials, thereby economising in labour in the course of the various stages of manufacture and preparation of the final product. Voznesensky secured the creation of an Institute of Commissioners of Gosplan in all of the economic regions of the country which had the responsibility of verifying the fulfilment of the state plan and securing the development of the industrial complexes of the economic regions. The Gosplan Commissioners were charged to pay special attention to the fulfilment of the Third Five Year Plan with respect to the creation of industrial fuel bases in each economic region, securing electricity sources in each region, eliminating irrational transport hauls, mobilising local food supplies in each region and bringing economic resources to light in the economy. Special departments were created in the Gosplan apparatus to deal with the development of the economy in the different regions of the country.
On February 7th, 1941 Gosplan received a reply to its proposal to be granted permission to elaborate a 15 year economic plan which had been sent by Voznesensky to Stalin and Molotov some five months earlier. The Central Committee of the CPSU(b) and Sovnarkom now formally sanctioned the preparation of a perspective plan by Gosplan to surpass the per capita production of the capitalist countries in pig iron, steel, oil, electricity, machinery and other means of production and articles of necessity. This necessitated the independent development of science and technology in the USSR so that the natural wealth of the country could be utilised by the most developed methods to advance the organisation of production. It required, moreover, the pre-determination of the development of the basic branches of the national economy, the economic regions and the tempo and scale of production. The general plan had to determine the changes in social and political relations, the social tasks, the methods of raising the level of the workers and collective farm workers to that of workers in the technical and engineering sectors (this would have facilitated the process of the abolition of classes and the obliteration of the distinctions between the industrial working class the intelligentsia and the collective farm peasantry which followed from Lenin’s injunctions in Economic and Politics in The Era of the Dictatorship of The Proletariat).
Work on the perspective plan was allocated over two stages between January and March 1941, and April to June of the same year. As instructed the Gosplan apparatus prepared the prototype of the general plan for the period 1943-1957 in 2 volumes. This project represented the first major attempt to tackle the problems arising from the perspective of developing the Socialist economy and its growing over to a Communist economy over a period of 15 years. On the 20th anniversary of Lenin’s decree which led to the creation of the State Planning Commission Pravda on the 22nd February, 1941 began a series of articles which widely publicised the new 15 year plan.
The Nazi invasion put paid to the projects for providing the economic basis for the transition to Communism. Yet amazingly the close of hostilities witnessed a resumption of pre-war plans and projects. The Report on the Five-Year Plan for 1946-1950 and the Law on the Five-Year Planpresented by Voznesensky to the Supreme Soviet in March 1946 marked the resumption of the path of development adumbrated at the 18th Congress of the CPSU(b) for the building of the classless socialist society and the gradual transition to communism. The plan was considered a continuation of the pre-war steps designed to catch up with and surpass the main capitalist countries economically as regards the volume of industrial production per bead of the population. Stalin in September, 1946 reiterated the possibility of the construction of Communism in One Country in the USSR. A year later at the foundation of the Cominform in 1947 at Shklyarska Poremba, Malenkov added that the Central Committee of the CPSU(b) was working on the preparation of a new programme for the party as the existing one was out of date and had to be substituted by a new one.
Running parallel to these developments was the renewed attempt to formulate a long range economic plan to lay the economic and social basis for communism. In mid-1947 Voznesensky posed this question before the Central Committee. He argued that such a plan was imperative for a number of reasons. First, it was directly connected to the preparations for the new programme of the CPSU(b) as well as for the carrying out of the concrete plans which would be drawn up on the basis of the programme; second, as the tasks of expanding the productive forces and the construction of the new and large construction works (railway lines, hydro-electrical stations, metallurgical factories) did not fit into the constraints of the current 5 year plan. While reiterating the pre-war objectives of the general plan as being to overtake the advanced capitalist countries in terms of the per capita industrial production, Voznesensky now proposed a 20 year plan for the construction of Communist society in the USSR. Stalin was requested to support a draft resolution of the Central Committee of the party and the Council of Ministers giving Gosplan the responsibility to produce a 20 year general plan for submission by 15th January, 1948. This authorisation was granted on the 6th August, 1947.
The scale of activity for the drafting of the general economic plan may be judged from the fact that 80 sub-commissions were established under the Chairman of Gosplan to elaborate different aspects of the plan having the participation of economic directors, ministerial experts and academic specialists. In the autumn of 1947 Gosplan re-examined the structure of the Institute of Economics of the Academy of Sciences and modified its working by re-orientating it towards the problems facing the Soviet economy. In 1948 Gosplan, the Academy of Sciences, local party and Soviet organs held conferences to study the productive strength of the economic regions of the country; especial attention was paid to the regions of the North-West, the Central Black Earth regions, the Kuzbass, Kazakhstan, eastern Siberia and the Far East. On the basis of these preparations the framework of the perspective plan was formulated for the different branches of the national economy and the different economic regions of the Soviet Union. A draft report on the general plan for the period 1951-1970 was prepared with necessary balance calculations and other materials for presentation to the Central Committee of the CPSU(b) and the Soviet government. The Special Commission directed by Voznesensky examined the preliminary theses on the general plan in September, 1948.
Despite these energetic beginnings the 20 year General Plan was not to be completed though the theme of the transition to Communism remained a central question for the CPSU(b). The reason for this would appear to be the involvement of Voznesensky as Chairman of Gosplan in attempts to utilise commodity-money relations in the Soviet economy at an inordinate level to the extent that the very survival of the socialist economy was endangered which led to his being removed from responsible positions. Nevertheless the views of Voznesensky on the transition to communism which have come down to us through the efforts of his biographer, V.V. Kolotov have a certain interest. The elaboration of the 20 year plan was inextricably linked in the thinking of Voznesensky with laying the basis of communist society. He considered it his task to work out the laws for the establishment of communism and how the productive forces and productive relations would be connected. In his last discussions with Gosplan workers he argued that each social formation had economic laws, some which operated over different social formations, and some which were operative specifically to a particular social formation. Each social formation had its basic economic law. It was important to uncover the economic laws of Communist construction, that is the paths by which the productive relations of socialism were transformed into the relations of production of Communist society. It was necessary to elucidate the possible contradictions between the forces of production and the relations of production under the Communist mode of production, and the manner in which these might be resolved. These were the very questions which were taken up for discussion by Stalin in his comments on the November 1951 economic discussion.
While the general plan for Communist construction did not see the light of day, a number of projects designed to expand the productive forces of the Soviet Union, which had originated in the pre-war work of Gosplan, and which pertained to electrification, mechanisation, automation, and the chemification of industry did get underway. Electrification of all branches of the national economy was envisaged by the development of electro-chemistry, electro-metallurgy in ferrous and non-ferrous metals, as well as in aluminium, magnesium and their alloys. The electrification of railway transport was considered desirable for economy on fuel and rolling stock. In agriculture electricity was to be extensively used in the mechanisation of livestock farming, threshing and irrigation. In accordance with this general understanding the directives of the 19th congress of the CPSU provided for an increase of electricity by some 80% for the period 1951-55. Electrification of the economy was a central feature of the literature of the period. The grandiose construction works for communist construction included the construction of the Kuibyshev and Stalingrad hydro-electrical stations which were designed to generate about 20,000 million Kwh of electricity annually which was more than half of the total power generated in the USSR before the second world war.
The question of the changes necessary in the relations of production for the impending transition to Communism were chalked out in Stalin’s last major work. After arguing that a continuous expansion of social production was necessary in which a relatively higher rate of expansion of the production of the means of production was necessary so that reproduction on an extended scale could take place, Stalin argued that productive relations also required to be adapted to the growth of the productive forces. Already factors such as the group property of the collective-farms and commodity circulation were beginning to hamper the powerful development of the productive forces as they created obstacles to the full extension of government planning to the whole of the national economy, particularly in the field of agriculture. To eliminate contradictions it was necessary to gradually convert collective farm property into public property and to gradually introduce products-exchange in place of commodity circulation.
Needless to say the programme for developing the productive forces and restructuring the relations of production in line with the transition to communism was demolished after the death of Stalin. Under Khrushchev the question of a relatively higher rate of expansion of the means of production was not considered decisive. The perspective of the replacing of commodity circulation by the exchange of products was terminated. The new programme for ‘communist construction’ explicitly called for the utmost development of commodity-money relations: Group property, the collective farms and commodity circulation were to be preserved and not eliminated. The CPSU(b) now distanced itself from the Leninist understanding that under socialism classes needed to the abolished and that the distinctions between the factory worker and the peasant, between town and country and between mental and physical workers had to be eliminated.
The history of the CPSU(b) confirms that clarity on the question of the class approach and the necessity of defending the Marxist-Leninist approach to the definition of the proletariat is an imperative if a true Communist Party is to be constructed in the former Soviet Union. Only on this basis is it possible for the dictatorship of the proletariat to be constructed which is the decisive pre-condition for the abolition of classes, commodity production and exchange under socialism on the path to the construction of communist society.
References
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  • V.V. Kolotov, Nikolai Alekseevich Voznesensky, Moscow, 1974.
  • V. Kolotov and G. Petrovichev, N.A. Voznesensky, Moscow, 1963.
  • G. Kozyachenko, ‘Krupnyi deyatel sotsialisticheskogo planirovaniya’, Planovoe Khozyaistvo, No. 10-12, 1973.
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  • M. Rubinstein, O sozdannii material’no-tekhnichesko bazy Kommunizma, Moscow, 1952.
  • I. Stalin, Economicheskie problemy sotsializma V SSSR, Moscow, 1952.
  • N.A. Voznesensky, Izbrannye proizvedeniya 1931-1947, Moscow, 1979.
Paper presented to the International Scientific-Practical Conference with the Theme ‘Class Analysis in The Modern Communist Movement’ organised by the International Centre for the Formation of the Modern Communist Doctrine in Moscow on the 8-10th November, 1996.

EZLN bestätigt und erweitert Teilnahme am CompARTE

EZLN bestätigt und erweitert Teilnahme am CompARTEZapatistische Armee der Nationalen Befreiung

MEXIKO

26. Juli 2016.

An alle Teilnehmer*innen am CompArte:
An die nationale und internationale Sexta: 
Compañeros, Compañeras, Compañeroas:

Obwohl wir das Geld für das Essen und die Transportausgaben für unsere Künstler-Comunidad nicht zusammenkratzen konnten, haben wir als Zapatistas, die wir sind, eine Möglichkeit gesucht, nicht nur, um uns bei den Schöpfer*innen, die unserer Einladung zum Festival CompArte nachgekommen sind zu revanchieren sondern auch, um ihnen ein wenig den Respekt und die Bewunderung, die ihr künstlerisches Schaffen in uns auslöst fühlen zu lassen.

Daher teilen wir Ihnen mit, welche Entscheidung wir getroffen haben:

Wir werden etwas vom künstlerischen Schaffen, welches die Zapatistinnen und Zapatisten vorbereitet haben zeigen, wenn auch in anderen Geographien und Kalendern. Die Vorführungen werden wie folgt verlaufen:  

Caracol von Oventik: 29. Juli 2016. Von 10.00 Uhr, nationale Zeit, bis 19.00 Uhr, nationale Zeit. Zapatistische Künstler*innen der Originalvölker Tzotzil, Zoque und Tzeltal der Los Altos von Chiapas werden teilnehmen.

CIDECI, San Cristóbal de Las Casas: 30. Juli 2016.  Teilnahme einer zapatistischen Delegation als Hörer-Seher am CompArte.

Caracol von La Realidad: 3. August 2016.  Von 9.00 Uhr am 3. bis zum Tagesanbruch des 4. August. Zapatistische Künstler*innen der Originalvölker Tojolabal, Tzeltal, Tzotzil, Mame und Mestizen der Zone Selva Fronteriza werden teilnehmen.

Caracol von La Garrucha: 6. August 2016.  Von 9.00 Uhr am 6. bis zum Tagesanbruch des 7. August. Zapatistische Künstler*innen der Originalvölker Tzeltal und Tzotzil der Zone Selva Tzeltal werden teilnehmen.

Caracol von Morelia: 9. August 2016. Feier des 13. Geburtstages der Caracoles und der zapatistischen Juntas der guten Regierung.  Von 9.00 Uhr am 9. bis zum Tagesanbruch des 10. August.  Zapatistische Künstler*innen der Originalvölker Tojolabal und Tzeltal der Zone Tsots Choj werden teilnehmen.

Caracol von Roberto Barrios: 12. August 2016. Von 9.00 Uhr am 12. bis zum Tagesanbruch am 13. August 2016.  Zapatistische Künstler*innen der Originalvölker Chol und Tzeltal der Zone Norte de Chiapas werden teilnehmen.

Für den Eintritt brauchen Sie Ihren Registrierungsnachweis vom CompArte im CIDECI und müssen sich dann an dem für diesen Zweck aufgestellten Tisch im CIDECI ab dem Nachmittag des 27. Juli 2016 einschreiben. Achtung: nicht vergessen dass hier… ach so, gut, überall ist jetzt die Zeit der Untwetter.

Wir wissen, dass die grosse Mehrheit nicht an allen Vorstellungen teilnehmen wird können, wo sich jetzt Geographie und Kalender ausgeweitet haben. Oder vielleicht doch, Sie werden ja sehen. Wie dem auch sei, ob Sie hier sind oder nicht, wir werden unsere Vorstellungen machen und Ihre Präsenz fühlen.

BEZAHLTEN MEDIEN IST DER ZUTRITT NICHT ERLAUBT (auch wenn sie vorgeben, dass sie auch in Medien arbeiten, die nicht bezahlt sind).

Die Compas-Medien, das heisst, die freien Medien, die alternativen, oder wie sie sonst noch heissen mögen, die sind willkommen, selbst die Tercios Compas heissen sie willkommen, denn hier bei uns da gibt es die Solidarität des Gremiums.

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Wir die wir Zapatistas sind, erneuern heute unsere Unterstützung der Forderung um Wahrheit und Gerechtigkeit für Ayotzinapa und aller Verschwundenen, die ohne zu ermatten von Müttern, Vätern, Familienangehörigen und Compañer@s der Fehlenden aufrechterhalten wird. Ihnen allen, denen die fehlen und jenen die suchen, schicken wir unsere herzliche Umarmung. Ihr Schmerz ist unser Schmerz, und unser ist ihre würdige Wut.

Aus den Bergen des Südostens von Mexiko.

Subcomandante Insurgente Moisés. | Subcomandante Insurgente Galeano.

Mexiko, Juli 2016

Ukrainer stehen auf – für Frieden

Eine Familie, deren Sohn eingezogen ist, meinte, daß sich die „Junta“ auf das Militär nicht stützen kann. In der Ukrainischen Armee ist die Stimmung so, daß nur noch der berühmte Tropfen fehlt, um das Faß zum Überlaufen zu bringen.


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Drei „Kreuzzüge” nach Kiew

Veröffentlicht am 14. Juli 2016 von Hartmut Barth-Engelbart

Es beginnt! Ukrainer stehen auf –

Werden eine Million Menschen in Kiew ankommen?

Gefunden auf: http://quer-denken.tv

13. Juli 2016 (von Niki Vogt) Noch ist alles ruhig. Die Regierung in Kiew tobt und fordert jetzt unverblümt den Rechten Sektor auf einzugreifen und die Ankunft in Kiew zu verhindern. Das ist aber bereits unmöglich geworden. Die Kreuzzüge werden immer umfangreicher und die schieren Menschenmassen sind einfach zu groß, als daß man sie noch stoppen könnte. Selbst Gewalt richtet gegen Hunderttausende aus drei Richtungen nichts mehr aus.Der ukrainische Geheimdienst SBU soll die riesigen Prozessionen beobachten, sich aber zurückhalten. Einzelne Gruppen des Rechten Sektors stehen auch bisweilen am Straßenrand, beschimpfen und bepöbeln die Pilger, trauen sich aber bisher nicht wirklich, die Leute anzugreifen.
friedenskreuzzug-ukraine-2Die Leute stehen überall am Straßenrand, verneigen sich, bekreuzigen sich. Immer mehr ziehen mit.
Der Zug, der aus dem Westen auf Kiew zuwandert, startete vom Heiligen Himmelfahrtskloster in Potschajiw in der Oblast Tarnopil aus. Am Auszug aus dem Kloster beteiligten sich mindestens 5.000 Gläubige was man nach Minute 3 des untenstehenden Videos gut sehen kann. Als die Prozession die erste Etappe erreichte, waren es schon Zehntausend Pilger, die im Namen von Liebe, Frieden und Gebet nach Kiew ziehen. Hier gibt es ein Video mit Aufnahmen davon:
friedenskreuzzug-ukraine-4Eine unserer Quellen berichtet von großen Bewegungen an Militärischen Fahrzeugen: „Ich bin heute aus Richtung Kiew an den 2. Prod. Standort gefahren. Aus  Lwow sind mir in Richtung Kiew starke Militärkolonnen entgegen gekommen. Ich bin kein so grosser Militärexperte, aber bei der Kolonne schien es sich um Versorgungsfahrzeuge zu handeln. Lwow ist ja der Hauptstützpunkt des Rechten Sektors. Ob die Militärkolonnen sich gegen die Friedensmarschierer richten sollen, kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen. Ich habe seit März/April 2014 nicht mehr so starke Verbände auf der Straße gesehen. Die Menschenmassen der Pilger sind einfach zu groß und ich denke mal, daß der Rechte Sektor versuchen wird, die Friedenszüge aufzuhalten, die werden es aber nicht wagen, mit Schußwaffen gegen die Demonstranten vorzugehen. Wenn das versucht werden sollte, überlebt das kein Rechter und die wissen das. Die Kerle vom Rechten Sektor haben nur die grosse Klappe, wenn sie in der Überzahl sind.“
friedenskreuzzug-ukraine-5Ein anderer berichtet uns über die Stimmung in Kiew: „Die Kiewer stehen voll hinter den Kreuzzügen, weil ja gerade in Kiew die Bevölkerung, die nicht gerade zu dem 1% Betuchten gehört, ziemlich gebeutelt sind und in Kiew sowohl die Strom- als auch die Gasversorgung vor dem Zusammenbruch steht. Man kann, vorsichtig geschätzt, davon ausgehen, dass in etwa 1/3 der Kiewer sich am 27.7. dem Kreuzzug anschließt, das würde bedeuten 1,2 Millionen Kiewer! Ich war eben bei Freunden. Die Stimmung ist sehr erwartungsvoll, aber auch gespannt. Eine Familie, deren Sohn eingezogen ist, meinte, daß sich die „Junta“ auf das Militär nicht stützen kann. In der Ukrainischen Armee ist die Stimmung so, daß nur noch der berühmte Tropfen fehlt, um das Faß zum Überlaufen zu bringen. Es sieht ganz so aus, als positioniere sich die Armee schon gegen die „Junta“. Dadurch, daß durch die „westlichen Demokratie-Kredite“ die Abgaben-Schraube dermaßen angezogen wird, beginnen die Ukrainer klar zu denken und fallen nicht mehr auf die West-Propaganda rein. Es geht allen schlecht hier. Die Männer müssen sich verstecken, um nicht an die Front gekarrt zu werden und da unter grausigsten Bedingungen zu vegetieren. Niemand will da kämpfen. Alle wollen nur noch Frieden und Ende der ganzen Zerstörung und Tragödien. Plötzlich erinnern sich viele an ihre Verwandschaft auf der Krim, die ja schon seit über einem Jahr erzählen, daß es ihnen vom Lebensstandard und finanziell besser geht, als es jemals während der Ukraine Zeit war. Hab ich heute von 3 Familien gehört. Noch vor 3 Monaten, als ich bei denen nach den Verwandten auf der Krim gefragt habe, hieß es, daß die Menschen auf der Krim „unter russischem Druck  stehen würden“ und sagen müßten, daß es ihnen gut geht. Wirklich glauben tut das hier aber keiner.“
Die „Kreuzzüge für den Frieden“ wachsen stündlich an.
Kreuzug 1 geht über Charkow, Poltawa nach Kiew Kreuzzug 2  Pochajiw – Rovno – Zhitomer -Kiew Kreuzzug 3  Odessa – Uman – Kiew
Wieviele Menschen am 27.7. in Kiew eintreffen werden, ist schwer zu sagen. Die Ukrainer, die nicht an der Strecke des Kreuzzuges leben, fahren mit Bus und Bahn dorthin, um sich anzuschließen. Man schätzt heute, daß es bis dahin zwischen 800.000 und 1,5 Mio. Menschen sein werden. Gegen diese Masse hat die Kiewer US-Vasallenregierung keine Chance. Wieviele Bürger aus Kiew sich bei der Ankunft dieser Massen noch anschliessen, kann niemand abschätzen. Man kann aber schon von 1 Mio Menschen nach heutigem Stand ausgehen.
Immer noch schweigt die Westpresse beharrlich. Nicht eine Erwähnung kommt durch!
Enorm wichtig ist, daß sich die ukrainischen und russischen Orthodoxen einig sind und gemeinsam marschieren. Dazu muß man wissen, daß bis 1992 nur die russisch-orthodoxe Kirche allein in der Ukraine vertreten war. Durch erfolgreiche Einflußnahme der USA und entsprechende Geldzahlungen wurde durch Abspaltung die Ukrainisch-Orthodoxe Kirche  in der Ukraine installiert. Die Ukrainisch-Orthodoxen bezeichneten sich daraufhin als die „ wahren Heiligen“.  Nach dem Putsch 2014, rief der Patriarch in Kiew sogar die Ukrainer auf, die Donbass-Bewohner zu töten, sie Untermenschen und Verbündete des Satans seien. Der Patriarch der Ulkrainisch-Orthodoxen stammt dabei selbst aus dem Donbass. Im Herbst 2014 flog er nach Washington wo er von den USA Waffen forderte, um die Donbass-Bewohner auszurotten. Er hetzte die Ukrainer auf die Russisch-Orthodoxe Kirche. Viele Kirchen der Russisch-Orthodoxen wurden unter dem Beifall des Kiewer Patriarchen zerstört und ihre Priester und Mönche einfach umgebracht. Das Blatt wendete sich, als im Frühjahr Putin der Ukraine einen Besuch abstattete und die Patriarchen beider Kirchen traf.
Wie bei allen Kriegen spielt auch in der Ukraine die Kirche keine unbedeutende Rolle. Letztlich hat aber die Hetzerei der neuen Kirche nur Übel und Nachteile gebracht … und nun gehen die Ukrainer gemeinsam, egal ob Russisch- oder Ukrainisch-Orthodox gegen das Regime vor.
Dienstag. 12. Juli, 17:00 Uhr: Wir erfahren gerade, daß sich der dritte „Kreuzzug für Frieden im Donbass“ in Odessa Richtung Kiew in Bewegung gesetzt hat. Der 2. Kreuzzug begann in Pochajiw / Region Ternopol-Westukraine. Mittlerweile sind in der Ukraine schon ca. 200.000 Menschen im Marsch auf Kiew unterwegs. In jedem Ort und jeder Stadt schließen sich immer mehr Menschen an. Die Putsch-Regierung in Kiew sowie die radikalen Maidan-Faschisten fordern in ihrer Verzweiflung nun schon öffentlich, die Demonstranten einfach zu erschießen und diese auf keinen Fall nach Kiew durchkommen zu lassen. Die Menschen werden in den Medien als „Separatisten und Terroristen“ bezeichnet, die von Rußland angestiftet worden seien, die Ukraine zu destabilisieren. Der Rechte Sektor zieht bereits Söldner aus der Ostukraine nach Kiew ab, die Nationalgarde ist in höchste Alarmbereitschaft versetzt worden. MancheUltrarechten fordern auf Facebook die Erschießung der Pilger.
Hier Bilder aus Odessa, eine riesige Menschenmenge sammelt sich und setzt sich in Bewegung
Daß sich die Westukraine an den Protesten beteiligt, ist nicht verwunderlich. Durch die letzten Energiepreiserhöhungen haben nun auch die Westukrainer begriffen, daß sie vom Westen durch die eingesetzten Marionetten in Kiew ausgebeutet, mißbraucht und fallen gelassen werden.  Allein das monatlich benötigte Gas um zumindest die Wohnung frostfrei zu halten übersteigt den Arbeitslohn eines Ukrainers um das 3-4 fache.
Durch die neu eingetretene Situation bekommt der Donbass vorerst eine Atempause. Die Entwicklung nun in der Gesamtukraine ist äußerst gefährlich. Falls die Kiewer Regierung die zweihunderttausend Friedensmarschierer tatsächlich mit Waffen angreift, ist kaum auszudenken, was dann passiert. Kommen die Demonstranten bis Kiew durch, heißt das wiederum für die westliche Vasallenregierung, daß – wenn sie nicht schnell genug ihre Koffer gepackt haben –  sie das kaum überleben werden, denn die ukrainische Armee wird auf der Seite der Demonstranten sein. Dies ist auch schon durchgedrungen.
Was bisher geschah: Ein riesiger Zug von Menschen hat sich am Sonntag in Charkow aufgemacht, um zu Fuß nach Kiew zu gehen. Die Menschen singen und beten um Frieden.
Weit über 20.000 ukrainisch & russisch-orthodoxe Ukrainer, Männer Frauen, Junge, Alte Familien, Kinder, sind am Sonntagmorgen aufgebrochen, um in einem „Kreuzzug für den Frieden im Donbass“ gemeinsam zu Fuß rund 500 Kilometer von Charkow nach Kiew zu wandern –  und das Kiewer Regime zum Kriegsende zu bewegen.
Andere Quellen zufolge sollen es bereits am Montagabend weit über 50.000 ukrainische Pilger sein, die sich einem singenden und betenden Heerwurm gleich durch das Land bewegen. Sie halten Ikonen hoch und Bilder der russischen Zaren. In jeder Kleinstadt, Stadt und jedem Dorf auf dem Weg von Charkow, über Poltawa nach Kiew sollen sich gerade immer mehr Ukrainer dem Marsch anschließen. Leute stehen mit Tränen in den Augen am Wegrand, drehen sich um, packen daheim einen Rucksack und gehen mit. Mit jedem Kilometer werden es mehr!
Gerade, um 13:00 erfahren wir von unseren ukrainischen Quellen, sind es schon fast 100.000 Friedenspilger.
Das Kiewer Regime ist in Panik. Die US-Vasallenregierung in Kiew befürchtet, daß 100.000 und mehr Friedensmarschierer in der Hauptstadt ankommen. Dort werden sich voraussichtlich noch weitere Zigtausend dazugesellen. Die Ankunft in Kiew ist für den 27. Juli geplant. Am nächsten Tag ist einer der wichtigsten, orthodoxen Feiertage, die „Taufe der Kiewer Rus“.
 
Der Rechte Sektor, die faschistischen Militanten drohen in ihrer Wut den friedlichen Friedensmarschierern ein Blutbad an. Was aber offensichtlich keinen Eindruck auf die Leute macht.
Jetzt, am Dienstagmittag erfahren wir direkt aus der Ukraine, daß auch aus der Westukraine, aus der anderen Richtung etwa 30.000 Menschen sich von da aus in Richtung Kiew auf den Weg gemacht haben! Es ist gut möglich, daß über 200.000 Menschen in Kiew einreffen!
Die Kiewer Putschregierung hat heute Vormittag die Nationalgarde in Alarmbereitschaft versetzt und zieht Truppen aus dem Donbass nach Kiew ab. Die Wahrscheinlichkeit, daß sich die ukrainische Armee aber statt die Regierung zu verteidigen auf die Seite der Ukrainischen Bürger und der Friedensmarschierer schlägt, ist sehr hoch. Jetzt demonstriert das Volk wirklich für Frieden und für Demokratie – ohne Bezahlung durch die EUSA, wie auf dem Maidan. Zur Erinnerung: Als Ende November 2013 der Maidan einzuschlafen drohte, karrten die Westlichen Demokraten bezahlte Demonstranten und die in Polen ausgebildeten Ultrarechten nach Kiew um Chaos und Wut anzufachen und die rechtmäßig gewählte Regierung Janukowitsch aus dem Amt zu putschen.
Seien wir also wachsam und lassen wir keinen Zweifel daran, daß wir das alles aufmerksam beobachten werden und breit verteilen! Sie werden vielleicht wieder mit allen Mitteln kämpfen, um den Willen des Volkes niederzuprügeln. Schicken wir all unsere guten Gedanken zu den Friedensmärschen und daß es ohne Gewalt zu einem guten Ende, Frieden und Freiheit führen wird!
Natürlich wird jetzt schon in den entsprechenden Medien bereits gehetzt, daß Putin und Rußland hinter dieser „Provokation“ stecke und der ganze Zug aus Putin-Agenten, pro-russischen Separatisten, Terroristen usw. bestehe. Die Organisatoren heißen „Agitatoren“ und die Teilnehmer „Lakaien“. Die Tatsache, daß es tragbare Zelte gibt und Verpflegung ist den Hetzern Beleg dafür, daß das ganze eine geschauspielerte Veranstaltung sei. Die westlichen Medien werden, wenn überhaupt, kaum davon berichten, die Zahlen drastisch nach unten fälschen und daraus eine russische Aggression herbeischreiben. Aber seht Euch die Leute an, hört ihr Beten, seht Euch die Masse der Menschen an. Alles Putin-Agenten?
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Allgemein von Hartmut Barth-EngelbartPermanenter Link des Eintrags.
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